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Sport trotz Arthrose: Yoga

von Marina | 21. Juni 2008

Yoga entstand vor etwa 3.500 Jahren in Indien. Das Wort leitet sich vom indogermanischen „yuj“ ab, was anschirren bedeutet. Yoga „schirrt“ Körper, Atem und Geist an, so dass sie ein „Gespann“ bilden – miteinander verbunden sind im übertragenen Sinne. Was sich eher mystisch anhört, hat ganz praktische Ursprünge: Die indischen Gelehrten gingen davon aus, dass wir unsere Gesundheit nur bewahren, wenn wir eben diese Verbindung von Körper, Atem und Geist fördern. Darauf zielen nahezu alle Yoga-Übungen ab. Wenn der Körper dagegen irgendeine Bewegung vollführt, der Geist gerade an etwas anderes denkt und dabei unbewusst geatmet wird, ist die Verbindung der drei gestört. Auf Dauer hat das, so die Yogis, Erschöpfung oder Krankheit zur Folge.

Jeder kann es lernen und Neulinge auf dem Gebiet sind sogar im Vorteil. Der Anfängergeist ist der beste Geist, sagt ein indisches Sprichwort. Auf den ersten Blick sehen die Yoga-Übungen einfach aus. Aber: Yoga ist nichts für Autodidakten. Anfänger sollten nur unter Anleitung eines qualifizierten Yogalehrers die ersten Versuche starten. Einen Kurs zu besuchen, ist ratsam. Beim Berufsverband der Yogalehrenden sind alle qualifizierten Lehrer verzeichnet.

Noch ist der wissenschaftliche Nachweis nicht zweifelsfrei erbracht, was genau Yoga gegen Rückenleiden, Stress, bei Magenbeschwerden und Migräne so erfolgreich macht. Sicher ist, dass bei den unterschiedlichen Übungen, den Asanas, Kraft, Flexibilität, das Gleichgewicht und die Ausdauer trainiert werden. Die Aktivierung der Muskeln, Sehnen und Blutgefäße führen zu einer verbesserten Durchblutung. Besonders die Rückenmuskulatur wird gekräftigt und die Körperhaltung verbessert. Das könnte auch eine herkömmliche Gymnastik schaffen – was beim Yoga hinzukommt ist die ausgleichende Wirkung. Mit Körperübungen, Atemtechniken und meditativen Elementen entwickelt man langsam eine bessere Körperwahrnehmung. Stress und seine Folgeerscheinungen können besser ausgeglichen werden.

Auch sagt man dem Yoga nach, es hält die Menschen länger jung. Das mag an der Beweglichkeit liegen, die man beibehält, wenn man regelmäßig übt und an der positiveren Grundstimmung, die auch das Aussehen beeinflusst.

Atemtechniken sind feste Bestandteile der Yoga-Übungen. Beim Einatmen strömt Energie in den Körper, beim Ausatmen werden Anspannungen gelöst. Zum bewussten Atmen kommen die Asanas hinzu. Die etwa 84 Haupt-Asanas lesen sich wie das Inventar eines Zoos: Hund, Kobra, Fisch, Skorpion oder Hahn, aber auch Lotuspflug oder Ellbogenstand. Gedehnt wird stets sanft und nur so weit, wie der Körper es schmerzfrei zulässt. Nicht jede Übung ist geeignet, wer beispielsweise akute Probleme mit der Lendenwirbelsäule hat, sollte die Kobra lieber auslassen. Gesundheitliche Probleme darum immer mit dem Lehrer besprechen, wenn man nicht ohnehin danach gefragt wird.

Yoga-Stile gibt es viele, die wichtigsten – in Yoga-Schulen, Volkshochschulen oder Fitness-Studios angeboten – stelle ich hier kurz vor. Streng genommen, sind aber alle Yoga-Methoden aus dem Hatha entwickelt worden:

Hatha
Viele Übungen sind relativ einfach zu erlernen, es ist eine ruhige Yoga-Form mit eher statischen Figuren und einfachen Atemübungen. Für Arthrose-Patienten besonders gut geeignet.

Kundalini
Kundalini-Yoga lehrt dynamischere Bewegungsformen. Vor allem geht es um das Anregen und Verstärken der Kundalini-Energie, die im Becken ruhen soll. Neben dem Hatha wird das Kundalini-Yoga bei uns am häufigsten praktiziert.

Ashtanga-Yoga
Es werden sehr fordernde „dynamische Reihen“ geübt, die einzelne Asanas oft durch Sprünge miteinander verbinden. Menschen mit Arthrose sollten unbedingt vor Beginn eines solchen Kurses mit dem Lehrer und ihrem Arzt sprechen, ob es der richtige Stil für sie ist.

Sauna- oder Bikram-Yoga
Geübt wird bei einer Raumtemperatur von bis zu 40 Grad. Die Hitze soll die Muskeldehnung erleichtern und den Körper entschlacken. Wichtig: Ein gesundes Herz-Kreislauf- System ist die Voraussetzung für das Praktizieren des Sauna- oder Bikram-Yogas.

Durch eine Freundin kam ich selber vor vielen Jahren zum ersten Mal zum Yoga. Sie selbst schwor bereits jahrelang darauf und hat mich einige Male in ihren Kurs mitgenommen. Nach unserem Umzug nach Berlin habe ich mit dem Yoga aufgehört, plane jetzt aber wieder damit anzufangen. Dank Litozin fühle ich mich auch wieder fit genug für Kundalini-Yoga.

Vereine, Verbände, Adressen:
Yogalehrer-Suche, Hintergrundinfos im Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland (BDY): www.yoga.de

Über 1000 Asanas mit Fotos und Beschreibungen: www.yoga-vidya.de

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