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Sport trotz Arthrose: Schwimmen

von Marina | 17. Juni 2008

Schwimmen gehört zu den gesündesten Sportarten überhaupt. Das liegt, wie ja auch schon bei den Aquasportarten beschrieben, zum großen Teil an den physikalischen Eigenschaften des Wassers und deren Wirkung auf den menschlichen Körper. Das Element Wasser hat eine etwa tausendmal größere Dichte als Luft. Jede Bewegung muss darum gegen einen viel größeren Widerstand ausgeführt werden. Diese natürlich hervorgerufene „Zeitlupe“ senkt das Verletzungsrisiko. Gleichzeitig erfordert der Wasserwiderstand einen hohen Körpereinsatz, führt damit zu einem höheren Energieumsatz und einem entsprechenden Kalorienverbrauch. Im Wasser ist der Mensch nur noch ein Siebtel so schwer wie an Land. Wer also mit 70 Kilogramm seine Gelenke belastet, tut dies im Wasser nur noch mit zehn Kilogramm – ein großer Vorteil besonders für übergewichtige Menschen, Schwangere und Senioren. Auch Herz und Gefäße profitieren vom Schwimmen: Der Druck, den das Wasser auf den Körper ausübt, drückt die Blutgefäße an der Hautoberfläche zusammen. Das Blut wird zurück in den Brustraum gedrängt. Das Herz muss entsprechend „gegendrücken“, um mehr Blut pro Schlag zu transportieren. Das stärkt die Herzfunktion.
Da die eigenen Kilos durch den Auftrieb im Wasser nicht mehr ins Gewicht fallen, entsteht keine Belastung für die Gelenke und ist daher ein ideales Ausdauertraining für Arthrose Betroffene. Wer beispielsweise Nordic Walking nicht verträgt, kann somit aufs Wasser ausweichen.
Der beliebteste Schwimmstil, ob im Hallenbad oder im Freigewässer, ist das Brustschwimmen. Aber gerade das Brustschwimmen birgt auch Risiken. Wer die Technik nicht beherrscht, belastet sich negativ. Wer den Kopf beim Brustschwimmen nicht eintaucht, sondern immer über Wasser hält, wird bereits nach kurzer Zeit Nackenschmerzen bekommen, weil die Muskulatur zu einseitig beansprucht wird. Auf Dauer leiden Hals- und auch die Lendenwirbelsäule. Auch die Kniegelenke werden beim Brustschwimmen, durch die besondere Drehbewegung, stärker belastet als bei anderen Stilen. Daher ist es sehr wichtig die Grundtechniken, die ökonomischen Bewegungsabläufe, zu beherrschen. Ob man diese wirklich beherrscht, erfährt man in Kursen, die jeder Schwimmverein vor Ort anbietet.
Menschen mit Gonarthrose (Kniearthrose) sollten lieber auf Brustschwimmen komplett verzichten und auf andere Stile ausweichen.
Da ich sowieso nicht so gern schwimmen gehe, und zudem die Eintrittspreise hier in Berlin unverschämt hoch sind, habe ich in meinem Anti-Arthrose-Programm lieber auf andere gelenkfreundliche Sportarten gesetzt – natürlich in Verbindung mit meiner täglichen Portion Hagebuttenpulver und einer angepassten vollwertigen Ernährung.

Vereine, Verbände, Adressen:
Internetseite des Deutschen Schwimm-Verbands, alles über die Schwimmabzeichen und links zu den Landesverbänden.

Literatur:
Michael Hahn: Richtig Schwimmen.
BLV Verlag, 10. Auflage
2007
Preis: 12,95 Euro
ISBN-10: 3835402323
Das Buch beschreibt anschaulich die unterschiedlichen Schwimm-Techniken und bietet dem Leser hilfreiche Trainingstipps. Die Bewegungsabläufe beim Brust-, Kraul-, Rücken- und Schmetterlingschwimmen sind anschaulich bebildert. Sehr gut für Anfänger geeignet.

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