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Nikolausüberraschung
von Marina | 06. Dezember 2007
Heute hat mich Dieter so richtig zum Frühstück überrascht. Er hat den Tisch mit vielen bunten Blumen geschmückt, und unter den Blumen waren zwei Tickets, Bücher und Landkarten versteckt. Er hat sich richtig viel Mühe gegeben.
Es wird leider nicht – wie wir uns eigentlich erträumt hatten - ein langer Urlaub in Australien, sondern etwas kürzer in Europa. Aber wir fahren in Urlaub!
Kurz vor Weihnachten fliegen wir nach Madeira und bleiben dort für zwei hoffentlich sonnige Wochen. Die Kinder haben eigene Pläne mit ihren Liebsten für die Feiertage – da können wir auch endlich mal allein Weihnachten in warmen Gefilden feiern, sagt Dieter. Wir sparen uns den ganzen Weihnachtsstress hier und werden wie früher (nur etwas luxuriöser) einen romantischen Urlaub verbringen.
Er hat eine schöne Suite, mit Blick auf das Meer, in der Nähe von Funchal gebucht. Wir werden einen Tag lang auf den Atlantik raus fahren um Wale und Delfine zu beobachten, einen Hubschrauberflug hat er eingeplant, diverse Ausfahrten zu den Sehenswürdigkeiten Madeiras und natürlich Wanderungen im Lorbeerwald und entlang der Levadas. Erstmal nur ganz leichte Wanderungen um zu schauen, wie mein Knie die Belastung verträgt – aber ich denke es geht mir so gut, dass wir auch einige längere Touren mit ein paar Steigungen angehen können.
Wenn das Wetter mitmacht, werden wir auch einen Tag nach Porto Santo fahren, den Sandstrand genießen und einfach faulenzen.
Und Fisch werden wir essen – ganz viel Fisch: Die absolute Spezialität Madeiras, der schwarze Degenfisch wird dort in vielen Varianten angeboten. Leider gibt es ihn hier in Deutschland nicht, da werden wir in den zwei Wochen bestimmt jeden zweiten Tag eine Version ausprobieren.
Ich bin gespannt, wie sich Madeira in den letzten Jahren verändert hat. Es soll viel gebaut und modernisiert worden sein. Hoffentlich ist es nicht zu Lasten der wunderbaren Natur gegangen. Vielleicht gibt es ja sogar noch das kleine Restaurant direkt am Meer, das bei Sturm immer wegen Überflutungsgefahr schließen muß. Da gab es früher immer den frischesten Fisch.
Für mich ist es wie ein Traum. Vor einem Jahr noch mochte ich an manchen Tagen vor Schmerzen kaum aus dem Bett, in gut zwei Wochen fliege ich auf eine Insel, die eigentlich nur aus Steigungen und schmalen Wegen entlang der Levadas besteht. Ich bin so froh, damals auf Litozin gesetzt zu haben, und mich wirklich seit Anfang des Jahres so streng an mein Anti-Arthrose-Programm zu halten.
Wie wäre es mir wohl ohne ergangen? Immer mehr Schmerzen, Unzufriedenheit und die Gewissheit vor dem 50. Geburtstag ein künstliches Kniegelenk zu benötigen? Ich mag es mir gar nicht vorstellen.
geschrieben unter: Mein Arthrosetagebuch |