« | Home | »

Hagebutte im Garten

von Marina | 02. August 2007

Da ich durch die tolle Wirkung ein richtiger Fan der Hagebutte geworden bin, werde ich in unserem Garten eine Hagebuttenhecke pflanzen. Hier eine Anleitung, falls sich noch jemand dafür interessiert:
Die Rosa Canina (Hundsrose, Hagebutte) kann, wie einige andere Wildrosensorten, als Hecke gepflanzt werden. Sie mag es sonnig bis leicht schattig, bevorzugt aber die Sonnenseite im Garten.
Sie wächst in Europa auf den meisten Böden sehr gut, ein tiefer und nährstoffreicher Boden erhöht den Ertrag. Kalkhaltiger Boden soll der Hundrose langfristig am besten bekommen.

In freier Natur erfolgt die Aussaat üblicherweise mit Hilfe der Vögel. Möchte man Wildrosen im Garten anpflanzen, sollte man bei einem Wildobstbauern zweijährige, verpflanzte Sämlinge kaufen.
Die Sämlinge der Hundsrose sollten im Abstand von 1,5 – 2 Metern gepflanzt werden, da sie einen kräftigen Wuchs haben und entsprechend Platz zur nächsten Pflanze benötigen. Andere Wildrosensorten können etwas enger gepflanzt werden.

Die Pflanzung erfolgt bevorzugt im Herbst, im entsprechend vorbereiteten Boden. Dieser muss sehr tief gelockert werden um eine schnelle Durchwurzelung zu ermöglichen. Die Erde wird mit Kompost und Mineraldünger angereichert. Auch Pferdemist eignet sich gut als Wildrosen-Dünger.
Nach dem Anpflanzen muss der Sämling angehäufelt und regelmäßig gegossen werden. Eine regelmäßige Lockerung des Bodens, ohne die Wurzeln zu verletzen, ist empfehlenswert.

Wildrosen blühen meist im Frühsommer, einige Sorten fangen bereits im Mai an zu blühen. Je offener die Blüten sind, desto größer ist die Chance, dass sie durch Insekten bestäubt werden. Die gefüllten Blüten sehen etwas hübscher aus, tragen aber weniger Früchte, da sie weniger gut von den Insekten bestäubt werden können. Die verblühten Blüten dürfen nicht vom Strauch entfernt werden, da sich die Hagebutten an den abgeblühten Trieben entwickeln.
Die Rosa Canina blüht in unseren Breitengraden im Juni und trägt ab September ihre essbaren, länglichen Scheinfrüchte. Diese können im Oktober, wenn sie das Stadium der Vollreife erreicht haben und die Witterung die ersten kalten Tage gebracht hat, geerntet werden. Sie sollten etwas weich im Griff sein und sich gut lösen lassen – dann ist die Vollreife, und damit der höchste Vitamin-C-Gehalt erreicht. Geerntet wird bei trockener Witterung, da feuchte Hagebutten sehr schnell verderben. Nach der Ernte müssen die Hagebutten zügig verarbeitet werden.

Um Pilzbefall zu vermeiden, und für einen guten Ertrag, müssen die Sträucher regelmässig geschnitten werden, alte Sträucher müssen ausgelichtet werden, d.h. alte Zweige müssen bis zum Boden abgeschnitten werden, damit die jungen Triebe ihre volle Kraft entfalten können. Je nach Sorte unterscheiden sich die Schnittempfehlungen – die Rosa Canina sollte jedes Jahr geschnitten werden, wenn ein hoher Ertrag gewünscht ist. Die zweijährigen Triebe tragen die meisten Früchte, ältere Triebe müssen deshalb nah am Boden entfernt werden. Pro Strauch sollten etwa 15 Triebe stehen bleiben. Möchte man keine reiche Ernte, sondern volle Hecken, kann man auf so radikale Schnitte verzichten. Möchte man seine Hecke stutzen, ist auch ein kompletter Rückschnitt möglich – dabei werden die Sträucher komplett bis kurz über dem Boden abgeschnitten. Im Folgejahr ist dann zwar nicht mit einer großen Ernte zu rechnen, aber die Hecke sieht wieder jung und hübsch aus.

Um den Vögeln im Winter eine sichere Nahrungsquelle zu bieten, sollte man nicht alle Hagebutten ernten, sondern einige am Strauch lassen. Hagebutten, die bis zum nächsten Frühjahr nicht gefressen wurden, trocknen ein und werden schwarz.

Wildrosen sind im Gegensatz zu ihren edlen Verwandten recht anspruchslosen Pflanze, die vielen einheimischen Tieren einen Rückzugsort und Nahrung bis in den tiefen Winter hinein bieten. Gerade die Hundsrose gilt als sehr robuste Wildrose, die nur für wenige Schädlinge attraktiv ist.

Eine sehr gute Quelle für Informationen über die Pflanzung, Nutzung und Pflege von Wildrosen ist die Diplomarbeit von Andreas Zeitlhöfler (2002): Die obstbauliche Nutzung von Wildobstgehölzen

geschrieben unter: Botanik | No Comments »

Comments

You must be logged in to post a comment.